Probiotische Hautpflege – Mögen die Bakterien mit dir sein

geschrieben am 30. September 2021

Die Info, dass probiotischer Joghurt eine Wohltat für unseren Darm ist, haut niemanden mehr aus den Socken. Aber probiotische Hautpflege? Aktuelle Studien haben gezeigt, dass dieselbe Theorie auch auf unsere Haut angewendet werden kann. Dort leben nämlich über eine Billion Mikroorganismen. Und jeder Quadratzentimeter verfügt über mehr als eine Million Bakterien, die einen positiven Einfluss auf unsere Haut haben. Wird es da nicht Zeit, bezüglich der kleinen Lebewesen umzudenken? Denn natürliche Milchsäurebakterien tun nicht nur Gutes für unsere Darmflora, sondern tragen auch einen erheblichen Teil zu einer intakten und gesunden Hautflora bei.

Leider wird diese immer wieder durch unsere Besessenheit von antibakteriellen Reinigungsmitteln zerstört. Ein Grund mehr, auf Probiotika in der Hautpflege zu setzen und sich mit dem Thema auseinandersetzen.

Lass uns aber ganz von vorn anfangen, schließlich holen wir uns nicht unzählige Bakterien auf die Haut, ohne im Ansatz zu wissen, wie sie wirken, oder?

Was ist so ein Mikrobiom?

Um zu verstehen, wie Probiotika wirken, müssen wir uns erstmal damit beschäftigen, wo sie wirken: nämlich im Mikrobiom, dem ganz persönlichen Ökosystem der Haut. Hier leben gute Bakterien, Pilze und kleine Organismen harmonisch zusammen und bilden eine Schutzschicht – quasi der Concierge deiner Haut. Er macht es freien Radikalen, Keimen und entzündungsfördernden Bakterien schwer, sich auszubreiten und verhindert somit die Entstehung von Hautkrankheiten, wie Dermatitis oder Psoriasis.

Aber damit das so bleibt, müssen wir uns um unsere Haut kümmern.

Zu häufiges Reinigen mit aggressiven Cleansern, groben Peelings, austrocknenden Seifen sowie scharfe Pflegeprodukte, wie Antibiotika-Cremes, aber auch Stress, falsche Ernährung und schädliche Umwelteinflüsse gehören nicht dazu. Sie können den Hautschutzmantel stören und zerstören. Das Resultat sind Entzündungen, vorzeitige Hautalterung, Trockenheit und empfindliche Haut bis hin zu Unreinheiten, Rosazea-Ausbrüchen, Psoriasis, Akne und Ekzemen. Zwar baut sich eine durchlässige Barriere immer wieder auf, allerdings dauert es mit zunehmendem Alter auch länger.

Mit probiotischen Hautpflegeprodukten gleicht sich das Mikrobiom wieder aus, der Säureschutzmantel wird gestärkt, Reizungen und Irritationen klingen ab und trockene Hautstellen werden ausgeglichen. In Summe bewirkt das zudem ein natürliches Anti-Aging.

Die einzelnen Stämme probiotischer Kosmetik – in dem Fall Pro-, Prä- und Postbiotika – haben dabei unterschiedliche Auswirkungen auf die Haut.

Und was machen diese sogenannte Pro-, Prä- und Postbiotika?

Es sind bestimmte Extrakte der guten Bakterien, die einen positiven Einfluss auf die Haut haben und den Pflegeprodukten hinzugefügt werden. Auf die Haut aufgetragen, werden sie aktiv und vermehren sich. Sie stärken das körpereigene Schutzschuld, indem sie die schlechten Bakterien verdrängen und ihnen eine Einnistung unmöglich machen. In der Hautpflege werden dafür zunehmend Pro- Prä- und Postbiotika eingesetzt.

Probiotika nähren die Hautflora

Sie sind lebende Mikroorganismen, welche die guten Bakterien erhalten bzw. wiederherstellen. Milchsäurebakterien, beispielsweise, sind entweder lebend, verkapselt oder gefriergetrocknet in den Pflegeprodukten enthalten. Durch Feuchtigkeit aktiviert, gehen sie direkt in die Hautflora über, stärken dort die Hautbarriere und dämmen Entzündungen ein.

Präbiotika nähren Probiotika

Sie sind sozusagen der Dünger, der das Wachstum der Probiotika fördert und somit die essentielle Bakterienvielfalt unterstützt. Probiotika ernähren sich also von Präbiotika, um zu überleben. Präbiotika hingegen brauchen keine Probiotika, um in den Pflegeprodukten zu wirken, denn bei der Anwendung von präbiotischen Produkten nähren die enthaltenden Präbiotika die hauteigenen guten Bakterien, die wiederum dann ihren Aufgaben nachgehen.

Postbiotika sind Abfallprodukte der Probiotika

Sie sind quasi das, was übrigbleibt, wenn Probiotika fermentiert werden – also bakterielle Nebenprodukte, wie Enzyme, Säuren und Peptide. Diese verfügen über feuchtigkeitsspendende, antioxidative, entzündungshemmende und hautaufbauende Eigenschaften, unterstützen das Wachstum nützlicher Bakterien und helfen bei allergischen Reaktionen, Dermatitis, Ekzemen und Akne.

Es ist gar nicht so leicht, probiotische Kosmetik zu formulieren, vor allem, wenn das Produkt eine längere Haltbarkeit haben soll. Deswegen verwendet z.B. Gallinée einen patentierten Komplex an Prä-, Pro- und Postbiotika für ihre Produkte – Moleküle, die die Kommunikation der guten Bakterien nachahmen, um denselben Effekt zu erzielen.

GallinéeGlückliches Mikrobiom, glückliche Haut

Gallinée wird als erste Haut- und Haarpflegelinie der Welt bezeichnet, die sich unserem Mikrobiom widmet. Hier ist nur das Beste der Natur drin, um die guten Bakterien zu unterstützen. Ein Team aus leidenschaftlichen Nerds gibt sich dabei hingebungsvoll der Aufgabe hin, die Beautywelt für immer zu verändern. 2018 brachten sie ein Gesichtswasser auf den Markt, über das alle redeten: Der mit Hibiskus versetzte Apfelweinessig entfernt alle schlechten Bakterien und nährt die guten.

Gerät das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht, wird die Haut empfindlicher und ist anfälliger für Entzündungen – das möchte Gallinée mit seinen Pflegeprodukten verhindern.

Eine Mission aus eigener Erfahrung: Mithilfe von prä- und probiotischer Ernährung verbesserten sich die Symptome der jahrelangen Glutenunverträglichkeit von Dr. Marie Drago, der Gründerin. Durch die Entdeckung kam ihr die Idee, dass sich jene Wissenschaft doch auch auf die Haut adaptieren lassen muss, indem man die Hautbakterien auf die gleiche Weise füttert wie die Darmbakterien. Mit diesem Gedanken gründete die Französin schließlich die Kosmetikmarke Gallinée. Ihre Pharmazie-Diplomarbeit, die sie über die Vorteile der Nutzung guter Bakterien schrieb, half ihr schließlich bei der Entwicklung ihrer erfolgreichen Rezepturen.

Forschen tut sie weiter in diesem Gebiet.

Probiotische Hautpflege ist nicht nur bei den Franzosen oder in den Hollywood Hills ein echter Schönheitstrend. Sie vollbringt zwar keine Wunder über Nacht, aber mit ein wenig Geduld wird sich ihr Effekt in Form eines gesunden und strahlenden Teints präsentieren können. Des Weiteren sollte die Pflege lange genug zum Einsatz kommen – mindestens bis die Symptome verschwunden sind, idealerweise aber noch etwas länger, damit sich die guten Bakterien einnisten können.

In diesem Sinne: The problem with skin, body and hair care is that we are way too clean right now. We are taking way too many showers, washing our hair too often and this has a destructive effect on our microbiome.  – Marie Drago

Sandra