#skinmoments Teil 1: Sensible Haut

geschrieben am 23. Dezember 2021

Sie hat den Ruf einer Diva, reagiert besonders empfindlich auf unerwünschte Reize und braucht in jedem Fall besonders viel Aufmerksamkeit. Erste Eingebung: Jennifer Lopez, die in ihrer Garderobe einen persönlichen Toilettensitz, 100 Duftkerzen und Kopfhörer mit Diamanten verlangt oder Beyoncé, deren Umkleide eine Temperatur von exakt 25,55 °C haben muss. Aber das ist ein anderes Thema.

Die Rede ist vielmehr von sensibler Haut. Ihre natürliche Schutzbarriere ist alles andere als im Gleichgewicht, wodurch ihre Abwehr nicht reibungslos funktioniert. Zurückführen lässt sich das auf unterschiedliche Faktoren: Ein rasanter Lebensstil, die genetische Veranlagung, falsche Pflegeprodukte oder die Hormone. Hat sensible Haut Stress – in welcher Form auch immer – reagiert sie auch gestresst. Viel mehr noch als trockene oder unreine Haut, Beyoncé oder Madame Lopez.

Etwa 40 Prozent der Deutschen geben an, dass ihre Haut empfindlich ist. Das heißt, dass fast jede:r Zweite einen guten Plan braucht, um die Haut in brenzligen Situationen schnell zu beruhigen. Was die Pflege angeht, können wir dir helfen.

Hast du sensible Haut?

Ein unpassendes Produkt, eine unvorhergesehene Situation oder ein unachtsamer Moment, und schon gerät deine Haut aus dem Gleichgewicht, präsentiert binnen weniger Minuten unschöne Reaktionen? Ob du wirklich sensible Haut hast oder es sich nur um einen temporären Zustand handelt, lässt sich einfach herausfinden:

Was passiert, wenn du dir dein Gesicht mit lauwarmem Wasser wäschst und es nicht eincremst? Spannt es unangenehm, juckt fies, ist fleckig, gerötet oder sogar schuppig? Ok, dann creme es mit einer leichten parfümfreien Creme ein. Entspannt sich deine Haut langsam, fehlte ihr nur Feuchtigkeit. Sollte sich das unangenehme Hautgefühl fortsetzen, ist davon auszugehen, dass du zu den 40 Prozent der Sensibelchen gehörst.

Beschütze deine sensible Haut

Wenn du weißt wie, kannst du dich in jeder Haut wohlfühlen – auch in sensibler, auch wenn du etwas eingeschränkter bist als andere Hauttypen. Du darfst sie halt nur nicht überfordern. Umso weniger Produkte du verwendest, desto weniger Risiko besteht, dass deine Haut negativ darauf reagiert. Und die Produkte, die du verwendest, sollten frei von Parfüm und Alkohol sein, aber auch leicht in der Textur. Zu reichhaltige Produkte dichten nämlich die Haut zu sehr ab. Und zu viel Feuchtigkeit würde die Hautbarriere zu sehr aufweichen und schwächen.

Reinigung und Peeling bei sensibler Haut

Beim Cleanser ist darauf zu achten, dass dieser deiner Haut nicht zu viel Feuchtigkeit entzieht oder ihren pH-Wert zu sehr aus dem Gleichgewicht wirft. Eine seifenfreie Reinigungsmilch, die wenig schäumt, entspannt deine Haut. Mizellenwasser übrigens auch. Ein anschließender Toner mit Hamamelis, Aloe Vera oder Rosenwasser beruhigt die Haut zusätzlich und fügt ihr die Feuchtigkeit zu, die sie benötigt. Ein Thermalwasser wirkt auch Wunder.

Bei Peelings ist Vorsicht geboten: Mechanische Peelings und auch Reinigungsbürsten greifen die Schutzbarriere immens an, weshalb milde Säure-Peelings hier besser geeignet sind – aber auch nur im zurückhaltenden Maß. Du könntest diese beispielsweise mit deiner Nachtpflege mischen, um deine Haut Stück für Stück daran zu gewöhnen. Und: Denke am Tag auch an den Sonnenschutz, da Fruchtsäure die abgestorbenen, dennoch schützenden Hautschüppchen entfernt.

Tages- und Nachtpflege für sensible Haut

Sensible Haut braucht eine Tagespflege, die sie mit ausreichend Feuchtigkeit ausstattet, sie besänftigt und schützt, Rötungen mildert, Juckreiz mindert und Feinstaub, Pollen sowie UV-Strahlung entgegengewirkt. Du brauchst tagsüber also ein Multitalent mit hautberuhigenden und hautstärkenden Inhaltsstoffen wie Grüntee, Panthenol, Allantoin, Süßholzwurzel oder Niacinamid. Bist du auf der Suche nach einer Anti-Aging-Pflege, die gleichzeitig sanft zu deiner Haut ist, setze auf rein pflanzliche Feuchtigkeitsspender wie Aloe Vera oder auf Bakuchiol statt Retinol.

Die Nachtpflege soll lindern und regenerieren. Pflanzliche Öle wie Jojoba, Mandel oder Nachtkerze heilen gereizte Haut und hinterlassen sie herrlich geschmeidig. Da die Wirkstoffe über Nacht stundenlang auf der Haut bleiben und tief eindringen, probiere die neue Creme vorher an der Armbeuge aus, sodass du im Fall der Fälle eine Unverträglichkeit schneller entdeckst und die Creme rechtzeitig abwaschen kannst.  

Hast du letztlich die beiden Cremes gefunden, die dir ein angenehmes Hautgefühl schenken, dann bleibe dabei und probiere nicht allzu viel aus.

Masken und Seren für sensible Haut

Kühlende Gesichtsmasken und erfrischende Seren – speziell für sensible und stark gereizte Haut – enthalten hautberuhigende und feuchtigkeitsspendende Wirkstoffe in hoher Konzentration. Milde Hyaluronsäure und reines Aloe-Vera-Gel sind wahre Wundermittel und effektive SOS-Helfer für irritierte Haut.

Der Anti-Redness Serum Primer von Catrice ist ein exzellentes Beispiel für solch Ruhestifter. Seine leichte, milchig-grüne Textur mit Panthenol und Allantoin sowie 96 Prozent natürlichen Inhaltsstoffen wie Tigergras und Johannisbeere beruhigt die Haut, pflegt sie intensiv und reduziert Rötungen langfristig. Gestresste und sensible Haut fühlt sich nachweislich glatter und gut durchfeuchtet an. Legst du den Primer 30 Minuten vor der Anwendung in den Kühlschrank, verstärkt sich der Effekt nochmal.

Sonnenschutz und Make-up bei sensibler Haut

Sensible Haut bekommt unglaublich schnell Sonnenbrand, reagiert aber auch genauso schnell gereizt auf Sonnenschutz. Genauer gesagt auf Duftstoffe, Parabene und chemische Inhaltsstoffe. Ideal sind daher Sonnencremes, die eine kurze INCI Liste haben und auf einem mineralischen Filter basieren. Alternativ kannst du als ultraleichten Sonnenschutz sogenannte Sun Drops in deine für sensible Haut geeignete Gesichtspflege oder dein Make-up geben. Zum Thema Make-up: Am besten ist sensible Haut mit mineralischen Pudern aufgehoben. Diese lassen die Haut atmen und sich leicht und vollständig wieder entfernen.

Übrigens ist abgelaufenes Make-up ein häufiger Auslöser für Hautirritationen, weshalb das MHD nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte.

In diesem Sinne: Take care whatcha wear!

Sandra